Zudem wurden Grabungen im Hof der Kernburg und den daran angrenzenden ruinösen Wirtschaftsgebäuden unternommen, die wertvolle Erkenntnisse über die Gliederung der Hofverbauung erbrachten.Die von der Stadtgemeinde Deutschlandsberg unter Verwendung von Mitteln des Steirischen Revitalisierungsfonds dankenswerterweise finanzierten Arbeiten wurden vom Burgmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt (B. Hebert) durchgeführt. Das Erdgeschoß des polygonalen Turmes: An sämtlichen von Schutt befreiten Mauerabschnitten im Erdgeschoßraum des polygonalen Turmes konnten Wandverputzreste beobachtet werden, deren zum Teil äußerst unterschiedlicher Erhaltungszustand auf die zerstörende Einwirkung von Bodenfrost zurückzuführen ist. Das romanische Schichtmauerwerk aus quader- bzw. würfelförmigen Amphipolitbruchsteinen war in seinem primären Erscheinungsbild mit sehr hartem hellweißen Kalkmörtel in Pietra-rasa-Technik steinsichtig verputzt worden. Die lagenartige Struktur des Mauerwerkes wird zudem durch horizontalen und vertikalen Fugenstrich betont, der besonders an einigen gut konservierten bzw. nicht von jüngerem Verputz überdeckten Zonen der nordöstlichen Mauerecke des Erdgeschoßraumes erhalten blieb.

Das steinsichtig verputzte Mauerwerk des Erdgeschoßraumes wird von einer dünnen Wandverputzschicht aus Kalkmörtel mit einphasiger weißer Tünchung überdeckt, wobei diese Putzschicht aufgrund ihrer unmittelbar am Ziegelplattenboden anstoßenden Basis zu einer renaissancezeitlichen Erneuerung gezählt werden muß. Die erhaltenen Wandverputzreste wurden im Anschluß an ihre Dokumentation gereinigt und mittels einer in schrägem Winkel an den Ausbruchstellen angebrachten Putzkante aus Kalkmörtel gesichert. Der Bodenbelag im Erdgeschoßraum des polygonalen Turmes aus quadratischen Ziegelplatten (20 x 20 cm) wurde vor der endgültigen Aufgabe und Sprengung des Turmes beinahe flächendeckend abgetragen, wie deutliche Abdrücke der entnommenen Ziegelplatten im Kalkmörtelbett des Bodens beweisen. Die NW- Ecke des Raumes füllt eine Herd- bzw. Kochstelle aus, die unter optimaler Ausnutzung der Ecksituation unmittelbar am gewachsenen Amphipolitfelsen errichtet wurde, wobei der felsige Untergrund zur Mauerecke ansteigt.

Den Felsen überdeckt eine Schüttung aus feinen Ziegelsplittern, die das stark unterschiedliche Niveau innerhalb der Herdbasis zu homogenisieren hatte. Die vordere Aufmauerung des Herdsockels bestand, soweit diese nicht abgetragen worden war, aus Ziegeln bzw. hochkant in Mörtel versetzten Ziegelplatten, wobei der Rauch an der schirmartig über der Kochstelle einziehenden Gewölbewange aufgefangen, und über eine schmale fensterähnliche Öffnung in der N- Mauer ins Freie abgeleitet worden sein dürfte. Neben den zuvor angeführten Ausgrabungsergebnissen bietet auch eine im Jahr 1810 verfaßte Güterbeschreibung der Herrschaft Landsberg weitere wertvolle Hinweise auf die letzte historische Nutzung des Erdgeschoßraumes als herrschaftliche Burgküche und "Speisgewölb".

An der O- Mauer des Turmes wurde eine fensternischenartige Ausnehmung im Mauerwerk angetroffen, die durch eine Ziegelabmauerung sekundär verschlossen ist, wobei das noch bis zu einer Höhe von 4 Lagen erhaltene Ziegelmauerwerk so angelegt wurde, daß ein als Nische nutzbarer Rücksprung in der Wandflucht frei blieb. Der vermutlich jüngste, in der Renaissancezeit erbaute Zugang in das Erdgeschoß des polygonalen Turmes führte über 6 Stufen, die noch gut erhaltene Spuren der hölzernen Trittbretter erkennen lassen, durch die 2,10 m starke SO- Mauer, wobei der Anschluß an den Stiegenhaustrakt des gotischen Bergfrieds über einen Schwibbogen gegeben war. Der enge Durchbruch innerhalb der romanischen Mauer wurde an den Seitenflächen mit Ziegeln verblendet und mit Türgewändesteinen aus Muschelkalkstein ausgestattet, die allerdings dem Steinraub zum Opfer gefallen sind. Die Abdrücke der Gewändesteine, insbesondere die charakteristischen Bearbeitungsspuren durch den Steinmetz, blieben glücklicherweise im Kalkmörtel der Ausmauerung konserviert. Das Gewölbe Durch renaissancezeitliche Umbauten wurde im Erdgeschoß eine wohl in Form einer Holzbalkendecke zu rekonstruierende primäre Deckenkonstruktion durch ein im gotischen Verband gemauertes Ziegelgewölbe ersetzt, wie einige im Mörtelverband befindliche Gewölbeteile aus dem Versturzmaterial belegen.

Die Widerlager für die Gewölbewangen einer Kreuztonne bilden in der NW- und SW- Ecke des Erdgeschoßraumes gesimsartig an die Innenflucht der romanischen Turmmauern vorgeblendete Bruchsteinmauern, wobei diese Auflager zugleich auch die unregelmäßigen polygonalen Mauerfluchten des Raumes zu begradigen versuchten.
Im Bereich der zuvor erwähnten Raumecken haben sich noch zur Raummitte hin einziehende Gewölbewangen der Haupttonne erhalten, deren dünne einphasige Wandverputzschicht noch einige gut erhaltene Bleistiftgraffiti des 19. Jhds., zum Teil mit leserlichen Namen und Datumsangaben (z. B. Karl Reicher 1864), trägt.
Zur besseren Abstützung des Gewölbes wurde ein schmaler rechteckiger Pfeiler in geringem Abstand zur Südmauer sowie ein zusätzlicher Dreieckspfeiler nahe der SO- Mauerecke des Erdgeschoßraumes aus Ziegeln und Gneisschieferplatten erbaut. Im Gegensatz zur westlichen Raumhälfte, die ein unregelmäßiges Kreuztonnengewölbe erkennen ließ, dürfte die Einwölbung im Ostteil des Erdgeschoßraumes aus einem Sterngewölbe bestanden haben. Die Verspannung des Ziegelgewölbes in diesem besonders schmalen Teil des Raumes erfolgte zur Gänze ohne künstliche Auflager oder Pfeiler. Das Mauerwerk: Im Zuge der zweiten Grabungskampagne am durch eine Sprengung (!) im Jahr 1927 beinahe vollständig zerstörten romanischen Wohnturm konnten die O- und SO- Mauerzüge des polygonalen Turmes händisch von Bewuchs und Mauerschutt befreit und dokumentiert werden, die weiteren Ziele verfolgten die Schließung und Aufmauerung der schräg nach außen verlaufenden Ausbrüche am erhalten gebliebenen Erdgeschoßmauerwerk.

Die westlichen und nördlichen Mauerabschnitte des unregelmäßig 7- eckigen Turmes wurden aufgrund ihrer unmittelbaren Lage am Steilabfall in die Laßnitzschlucht und der damit verbundenen optimalen Verteidigungssituation in Erdgeschoßhöhe mit einer Mauerstärke von 1,20 m (4 Fuß) erbaut.
Im Gegensatz dazu stehen die 2,10 m (7 Fuß) starken südöstlichen und südlichen Mauerfluchten des Wohnturmes, die sich unmittelbar über dem kleinen Burghof der romanisch / gotischen Kernburg erheben sowie die in ihrer stumpfen Keilform am stärksten ausgeführte Ostmauer, deren Fundamente direkt am Felsabbruch zum romanischen Burggraben ansetzen. Dieser relativ kurze Mauerabschnitt, der an der exponiertesten Seite der Turmburg errichtet wurde und besonderen Schutz bieten mußte, weist eine überdimensionierte Wandstärke auf, die sich aus den nicht exakt parallel zueinander versetzten Mauerschalen ergab.

Das mit großer Sorgfalt ausgeführte Schichtmauerwerk der zuvor erwähnten Mauerzüge besteht aus mächtigen Mauerschalen, die ein gußmörtelartiges Füllmauerwerk zusammenhalten. Zum Bau der äußeren und inneren Mauerschalen wurden genau ausgewählte quader- bzw. würfelartige Amphipolitbruchsteine verwendet, die mit länglichen weit in den Mauerkern greifenden Bindersteinen in abwechselnder Manier versetzt und mit reichlich Kalkmörtel gebunden worden sind.

Das Füllmauerwerk aus stark unregelmäßigen Amphipolitbruchsteinen läßt in erster Linie eine lagenartige Schichtung erkennen, wobei in einigen Abschnitten eine deutliche Opus-spicatum-Technik zu beobachten ist. Als Bindemittel kam reichlich gut ausgehärteter Kalkmörtel, dem feiner bis gröberer Flußsand beigemischt wurde, zur Anwendung. Der Kalkmörtel dürfte zudem heiß aufgebracht worden sein, wie deutliche Kalkspatzen im Mauerwerk belegen.

Ein aus dem Füllmauerwerk der SO- Ecke des polygonalen Turmes geborgenes schwach untergriffiges Randfragment eines Topfes (freihandgeformt, auf der Scheibe nachgedreht, Ruß- bzw. Kalkmörtelspuren auf der Oberfläche) kann in die 1. Hälfte des 12. Jhds. datiert werden, womit ein wichtiges Indiz zur feineren Datierung dieser ersten (?) Steinbauphase des Turmes gegeben ist. Die Stratigrafie im Erdgeschoßraum des polygonalen Turmes:

Im westlichen Drittel des Erdgeschoßraumes wurde ein Hauptprofilschnitt angelegt, der folgenden Aufbau erkennen ließ: Den ebenerdigen Raum des Turmes füllt ein in der Mitte trichterförmig eingesackter durchschnittlich 1,8 - 2,6 m hoher Versturzkegel auf, der sich aus den baulichen Resten der eingestürzten Räume, Ziegelgewölbe und Mauerpartien des Turmes zusammensetzt.
Unter einer unterschiedlich stark ausgebildeten Waldhumusschicht, die mit Ziegeln, Amphipolitbruchsteinen und einigen Architekturfragmenten aus Muschelkalkstein durchsetzt ist, kam eine mächtige sand- und kalkmörtelhältige Gewölbe- bzw. Mauerversturzschicht der oberen Turmgeschoße zum Vorschein. Die Basis dieser Versturzmaterialien nimmt eine dünne Schicht ein, die von Wandverputzresten und Marmorstuckfragmenten der Burgkapelle im 1. Stock des Turmes gebildet wird.

An diese Schicht schließt eine stark verfestigte dunkelbraune Sandschicht an, die, von einigen Keramikfragmenten des 15.-16. Jhds. abgesehen, als homogenes fundleeres Hinterfüllungsmaterial der Zwickel des Erdgeschoßgewölbes interpretiert werden kann. Der zum Teil stark ineinander verkeilte Ziegelversturz des zuvor genannten Gewölbes, der noch manche Hohlräume erkennen ließ, verschüttete den Ziegelplattenboden der Küche im Erdgeschoß des Turmes. Im Bereich des Hauptprofils steht unmittelbar unter dem Kalkmörtelbett des Ziegelbodens der gewachsene Amphipolitfelsen an, der jedoch stellenweise von einer dünnen schwarzen Kulturschicht überlagert wird, die Knochen und Keramikfragmente des 13.-15. Jhds. erbrachte. Die renaissancezeitliche Burgkapelle: Die Lokalisierung des Standortes der renaissancezeitlichen Burgkapelle im 1. Obergeschoß des polygonalen Turmes konnte anhand von Ausgrabungsergebnissen und einigen schriftlichen Quellen, wie Visitationsprotokollen und einer Stifterurkunde stattfinden. Demnach wurde mit der Adaptierung und Ausschmückung der Kapelle im Auftrag des damaligen Burgbesitzers Hans Jacob von Kuenburg im Jahr 1597 begonnen, zur Vollendung der Burgkapelle, die dem heiligen Ruprecht geweiht war, kam es nach zehnjähriger Bauzeit im Jahr 1607. 

Der Zugang in das Kapellengeschoß mit daran angeschlossener Sakristei erfolgte von Osten über einen Schwibbogen durch einen Durchbruch in der SO- Mauer des romanischen Turmes.
Die Kapelle war, wie der in Versturzlage freigelegte Altarsockel zeigt, nach Westen orientiert, wobei die polygonale W- Mauer des Turmes hinsichtlich ihrer Form einen 3/8- Schluß des Chorraumes ergibt. Der aus Amphipolitbruchsteinen und Ziegeln gemauerte Altarsockel (2,8 x 1,1 m Grundfläche) mit Aufbau aus Stuck stürzte durch die Sprengung des Turmes vom 1. Obergeschoß in den Erdgeschoßraum hinab und blieb mit den Trümmern des zerstörten Ziegelgewölbes zum Teil über der Kochstelle der Burgküche liegen. 
Der Unterbau des vor der Turmsprengung beinahe vollständig demolierten Altares wurde aus einem außen verputzten und weiß getünchten Schalenmauerwerk errichtet, die Verfüllung des Hohlraumes im Inneren des Altarsockels besteht aus stark mörtelhältigem Sand.

Aus dem Schuttmaterial um den abgestürzten Altarsockel konnten neben Marmorstuckfragmenten auch einige Splitter der beim weitgehenden Abbau des Altars entfernten Mensaplatte aus schwarzem, an der Sichtseite sorgfältig beschliffenen Basalt geborgen werden. 
Die unzähligen Stuckfragmente von zum Teil beachtlicher Größe, die zum Aufbau des Altars aus partiell vergoldetem Stuck gehörten, bestehen in ihrer Struktur aus einer nur wenige Millimeter dünnen Stuckhaut, die einen Kern aus porösem Kalkmörtel umschließt. Im Fundmaterial um den Altarsockel überwiegen die mit Eier-, Perlstäben und Akkanthusblättern dekorierten ornamentalen Marmorstuckfragmente des Altaraufbaus, der in alten schriftlichen Dokumenten auch als "Gipsaltar" beschrieben wurde. 

Einige kunstgeschichtlich besonders wertvolle figürliche Stuckreste, wie Teile der Gesichts- und Körperpartien von lebensgroßen Figuren vermitteln ebenso wie Bruchstücke von grazilen Engelsfüßen eine Vorstellung der ursprünglichen Pracht dieses Stuckaltars. 
Aus dem Versturzmaterial der Gewölbe und aufgehenden Mauerteile des polygonalen Turmes, das sich im Erdgeschoßraum bis zu einer beachtlichen Höhe von 2,6 m angesammelt hatte, wurden neben den Fragmenten eines Weihwasserbeckens aus Kalkstein auch große Mengen an ornamental verziertem Wand- und Deckenstuck der Kapelle aufgesammelt. 

Der Bodenbelag der Renaissancekapelle bestand, wie eindrucksvolle Funde zeigen, aus schmalen bienenwabenförmigen sowie quadratischen Bodenfliesen, die an der Trittfläche eine ockerfärbige bzw. dunkelbraune Glasur aufweisen.

In der Humuszone des Versturzmaterials am polygonalen Turm kamen fragmentierte gotische Fenstergewändesteine aus Muschelkalk ans Licht, die, wie eine historische Fotografie des Turmes beweist, zu einem monumentalen Fenster im 1. Stock gehörten, das unmittelbar über dem Hof der Kernburg situiert war. 
Ein zusätzliches Kapellenfenster kann, wie zahlreiche tafelförmige Fensterglasfragmente aus dem Versturzmaterial im Erdgeschoßraum belegen, an der N- Mauer des romanischen Turmes vermutet werden. 
Weitere, ebenfalls aus dem Bauschutt geborgene Architekturstücke stammen von rundbogigen Spähfenstern, die im 4. Geschoß des polygonalen Turmes angebracht waren. Der innere Burghof: Noch im Spätherbst wurde mit der schrittweisen Freilegung des östlichen Hofbereiches der romanisch / gotischen Kernburg begonnen, wobei an Funden aus dem stark mit Kalkmörtel und Steinen durchsetztem humusartigen Schuttmaterial neben Nägeln und Butzenscheiben in erster Linie Keramik- und Ofenkachelfragmente des 15.-19. Jhds. zu erwähnen sind.

Eine Ausnahme stellen Objekte wie eiserne Türangeln und das Schubriegelschloß eines Tores dar, die bei der planmäßigen Aufgabe der Kernburg zurückgelassen worden sind. 
Unter der zum Teil rezenten Aufschüttungsschicht im Burghof konnte eine Pflasterung aus großen Amphipolitbruchsteinen aufgedeckt werden, deren Oberfläche zum Schutze während der noch andauernden Arbeiten mit einer ca. 0,1 m starken Schuttschicht bedeckt blieb. 

Zusätzlich wurde der steile und zum Teil überhängend zum Hofniveau abfallende Sockelfels des polygonalen Turmes aus Kernamphipolit entlang der S- Mauer bis zur SO- Turmecke von Bewuchs und überdeckendem Erdmaterial gesäubert. 

Dabei stellte sich heraus, daß ein homogener rampenartiger Schuttkegel aus Amphipolitbruchsteinen und Kalkmörtel die Basis des Felssockels überlagert, wobei es den Anschein hat, daß die mächtigen Schalensteine der romanischen Turmmauer zur weiteren Verwendung gezielt aus dem Schutt der Turmsprengung entnommen und abtransportiert worden sind. Die Grabung im Wirtschaftsgebäudetrakt:

Im nordwestlichsten Baukomplex der den Burghof L-förmig umschließenden Wirtschaftsgebäude sollte durch eine gezielt ausgerichtete Grabung die genaue Struktur der Innenräume erfaßt werden.
Dabei zeigte sich unter einer mächtigen Humusschicht, die vor allem Funde des 20. Jhds. erbrachte, eine sandige, stark mit Kalkmörtel und Amphipolitbruchsteinen durchsetzte Mauerversturzschicht der im Aufgehenden noch bis zum 1. Obergeschoß erhalten gebliebenen Ruinen des Wirtschaftsgebäudetraktes.

Unmittelbar über dem Bodenniveau des Raumes, das noch Spuren eines beinahe vollständig entfernten Belages aus dünnen Gneisplatten aufwies, lag eine aus reichlich Steinen, Dach- und Gewölbeziegeln sowie Mörtelbrocken zusammengesetzte Versturzschicht. 

Aus dieser vermehrt fundführenden Schicht konnten zahlreiche Objekte wie Tierknochen, Eisennägel und Keramik geborgen werden, wobei die aus dem Fundmaterial herausragenden Fragmente von innenglasierten Terrinen und gestempelten Graphittontöpfen dem 17.-18. Jh. angehören. 


Die Deckenkonstruktion des Wirtschaftsraumes bestand aus einem sekundär eingebauten Ziegelgewölbe in Kreuztonnenform, eine Gewölbeform, die ihre notwendigen Auflager in eigens dazu geschaffenen, an der W- bzw. O- Mauer gegenständig zueinander errichteten, Gewölbepfeilern fand. 
Aufgrund der im Raum nicht mit Sicherheit nachzuweisenden Versturzzone des Gewölbes muß angenommen werden, daß bei der planmäßigen Aufgabe dieser Gebäude die Ziegelgewölbe zur Baumaterialgewinnung abgebrochen und das anfallende Ziegelmaterial abtransportiert wurde, wovon noch einige als unbrauchbar zurückgelassene Ziegelfragmente sowie reichlich Fugenmörtelbrocken zeugen. 

In der NO- Ecke des ergrabenen Erdgeschoßraumes gelang die Aufdeckung einer einfachen, teilweise bereits abgetragenen Herd- bzw. Kochstelle, die noch eine Ummauerung aus Amphipolitbruchsteinen mit weißen Verputzresten aufwies. Die Innenfläche des Herdsockels bestand aus einer unmittelbar am gewachsenen Fels aufgebrachten Einschüttung aus Ziegelsplittern, der im Eckbereich noch einige Reste einer Ziegelplattenabdeckung auflagen. 

Die nordwestliche Schmalseite des Gebäudes nimmt ein bisher nicht näher bekannt gewesenes Tor aus Amphipolitbruchsteinen mit Rundbogen ein, das einer romanischen Bauphase zugerechnet werden kann. Das romanische Tor, dessen primäre Bedeutung in der Sicherung des letzten Zugangs in den inneren Teil der Turmburg lag, wurde in spätgotischer Zeit zu einer Schlitzscharte umgebaut, die den westlichen Geländebereich unterhalb des polygonalen Turmes zu bestreichen hatte. Die endgültige Aufgabe der Schlitzscharte erfolgte, wie die aus Ziegeln bestehende Vermauerung der Schießscharte zeigt, mit der Neunutzung des Gebäudes in der Renaissancezeit. 

Die Fortsetzung der archäologischen Grabungen und Mauersanierungsarbeiten auf der Burg Deutschlandsberg ist ab dem Frühjahr 2001 geplant.
Andreas Bernhard